Mit Schreiben vom 23. Juni 2020 hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) einen überarbeiteten Entwurf eines Anwendungsschreibens zur Senkung der Umsatzsteuersätze veröffentlicht. Dieser enthält eine für Unternehmen erfreuliche einmonatige Nichtbeanstandungsregelung in Bezug auf einen unrichtigen Steuerausweis im Sinne des § 14c Abs. 1 UStG.

Demnach muss ein Unternehmer, der für eine im Juli 2020 an einen anderen Unternehmer erbrachte Leistung (Lieferung oder sonstige Leistung) eine Rechnung mit dem vor dem 1. Juli 2020 geltenden Steuersatz (d.h. 19 Prozent anstelle von 16 Prozent bzw. 7 Prozent anstelle von 5 Prozent) ausstellt und diesen Steuerbetrag abführt, den unrichtigen Umsatzsteuerausweis in der Rechnung nicht berichtigen.

Ein zum Vorsteuerabzug berechtigter Leistungsempfänger kann aus Gründen der Praktikabilität für eine im Juli 2020 seitens eines Unternehmers erbrachte Leistung einen Vorsteuerabzug auf Grundlage des ausgewiesenen Steuersatzes vornehmen. Mithin ist bei Vorliegen der weiteren gesetzlichen Voraussetzungen ein Vorsteuerabzug der überhöht ausgewiesenen Umsatzsteuer möglich, sofern die Leistung im Juli ausgeführt wurde.