In der jüngsten Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) vom 19. Januar 2021 wurde von Bund und Ländern nicht nur eine Verlängerung des Lockdowns beschlossen, sondern auch eine Verbesserung der Abschreibungsregelungen für digitale Wirtschaftsgüter angekündigt. Ein entsprechendes Vorhaben sieht bereits der Koalitionsvertrag vom 07. Februar 2018 der CDU/CSU und SPD vor. Damit solle die Wirtschaft weiter stimuliert werden. Von der Regelung sollen die Anschaffung von Computerhardware (Drucker, Scanner und Bildschirme…) und Software zur Dateneingabe und -verarbeitung begünstigt werden; hochwertige Wirtschaftsgüter, wie Server, sollen aber nicht begünstigt sein. Dadurch soll auch das „Homeoffice“ gestärkt werden.

Unternehmen sollen die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Hard- und Software, die ab 01. Januar 2021 bereits angefallen sind oder zukünftig noch anfallen, sofort abschreiben können. Dies wird ermöglicht, indem die Nutzungsdauer für diese Wirtschaftsgüter pauschal auf ein Jahr herabgesetzt wird. Dabei wird diese geringe Nutzungsdauer mit einem zunehmenden raschen technischen Fortschritt begründet. Offen ist derzeit, ob diese Regelung unbefristet oder zeitlich befristet (z. B. lediglich für 2021) gelten soll. Nach dem Wortlaut des Beschlusses der MPK sollte die Sofortabschreibung unabhängig vom konkreten Anschaffungszeitpunkt innerhalb des Geschäftsjahres 2021 möglich sein; eine sonst übliche zeitanteilige Abschreibung im Anschaffungsjahr wäre nicht erforderlich. Zudem lässt sich dem Beschlusspapier nicht entnehmen, ob die Sofortabschreibung verpflichtend sein wird oder – in Abhängigkeit von der konkreten Ergebnissituation - lediglich ein Wahlrecht darstellt.

Nach veröffentlichten Informationen aus dem Bundesfinanzministerium ist beabsichtigt, die neuen Abschreibungsregeln auch für bereits in 2020 angeschaffte Hard- oder Software gelten zu lassen, wenn noch ein Restbuchwert vorhanden ist, der dann im Jahr 2021 sofort abgeschrieben werden kann.

Die verbesserten Abschreibungsregelungen gelten vermutlich nicht nur für Unternehmen und Arbeitgeber im Rahmen der Gewinneinkünfte. Davon profitieren sollten auch Arbeitnehmer, wenn sie sich für die Tätigkeit im Homeoffice aus privaten Mitteln beispielsweise einen Drucker oder Bildschirm angeschafft haben. Derartige Aufwendungen dürften als Werbungskosten im Rahmen der Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit ebenfalls die Steuerbelastung umfassender als bisher senken.

Eine zügige Umsetzung dieser Regelungen auf dem Erlasswege wurde angekündigt. Es ist deshalb zu erwarten, dass die Finanzverwaltung die Details zu den verbesserten Abschreibungsregelungen bald veröffentlichen wird.

Über die weitere Entwicklung zu diesem Thema werden wir Sie auf dem Laufenden halten.